Aktuelles / Neuerscheinungen

Christof Breitsameter / Stephan Goertz, Vom Vorrang der Liebe – Zeitenwende für die katholische Sexualmoral

Wie das Prinzip Liebe die kirchliche Sexualmoral revolutioniert

Die MHG-Studie zu sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche hat die problematischen Aspekte kirchlicher Sexualmoral mit unabweisbarer Dringlichkeit aufs Tapet gebracht. Als Reaktion hat der Synodale Weg die Sexualmoral zu einem Schwerpunkt seiner Reformdiskussionen gemacht. Vor diesem Hintergrund sezieren die Autoren die normative Logik der geltenden kirchlichen Sexualmoral mit ihren klassischen Verbotsnormen. Ihre Analyse zeigt: Es bedarf einer grundlegenden Revision der kirchlichen Sexualmoral, um Anschluss an die Lebenswirklichkeiten der Menschen von heute zu finden. Die Liebe muss dabei Vorrang haben. In diesem Sinn entfalten die Autoren eine Ethik, der es dezidiert darum geht, den Liebenden gerecht zu werden und ihre Liebe zu schützen.

Erschienen im Herder Verlag.

 

 


Dietmar Mieth, Nicht einverstanden. Meine Erfahrungen als Laientheologie und Ethiker

Die Autobiographie von Dietmar Mieth

Dietmar Mieth (* 1940), profilierter Moraltheologe, Wissenschaftsorganisator und Meister Eckhart-Spezialist, schildert in diesem Buch seine Erfahrungen in Kirche und Gesellschaft. Die Auseinandersetzungen aus 50 Jahren, an denen der Autor selbst intensiv beteiligt war, werden dabei lebendig: von der Kindheit und Jugend in der vorkonziliaren Kirche, über das Tübingen der späten 60er-Jahre, die Diskussionen um die autonome Moral Alfons Auers, den Fall Pfürtner und die Kölner Erklärung, bis hin zur Gründung des Tübinger Internationalen Zentrums für Ethik in den Wissenschaften und zur ethischen Politikberatung. Ein spannendes Stück Zeitgeschichte im Spiegel einer außergewöhnlichen Biographie!

Erschienen im Herder Verlag.

 

 


Projektabschluss mit Buchveröffentlichung: Erste ethische Studie zu Medikamenteneinsatz in Heimen der Nachkriegszeit

Uwe Kaminsky und Katharina Klöcker weisen Medikamentenmissbrauch in der Heimerziehung der Nachkriegszeit nach und bewerten diesen ethisch

Heimkindern wurden in den Nachkriegsjahrzehnten Medikamente nicht allein aus therapeutischen Gründen verabreicht. In vielen Einrichtungen wurden neue Arzneimittel an Heimkindern getestet, zum Teil unter Inkaufnahme erheblicher Nebenwirkungen. Zudem setzten Ärzte und Erzieher Medikamente als Disziplinierungsmittel ein.
Der Historiker Uwe Kaminsky und die Ethikerin Katharina Klöcker beleuchten am Beispiel des Franz Sales Hauses in Essen die lange Zeit verschwiegenen Formen des Medikamentenmissbrauchs in der Heimerziehung der 1950er und 1960er-Jahre. Aktenrecherchen und Zeitzeugeninterviews vermitteln ein umfassendes Bild verschiedener Formen des Medikamenteneinsatzes.
Auf der Grundlage der historischen Rekonstruktion wird erstmals eine ausführliche ethische Bewertung der Medikamentengaben im Heimkontext unter Berücksichtigung des zeitgeschichtlichen Kontextes vorgenommen. Dabei erweist sich die gleichzeitige Berücksichtigung von sozial-, institutionen- und individualethischen Dimensionen als zielführend. Das Autorenteam will einen Beitrag zur Anerkennung des Leids der ehemaligen Heimbewohner leisten und zugleich das Bewusstsein für mögliche Formen des Medikamentenmissbrauchs auch in der Gegenwart schärfen.

Erschienen im Aschendorff Verlag.


Stephan Ernst, Am Anfang und Ende des Lebens – Grundfragen medizinischer Ethik

Die zentralen ethischen Fragen am Anfang und Ende des Lebens

Ethische Grundfragen der Medizin gehören zu den zentralen Themen der Theologischen Ethik. Einen Schwerpunkt bilden dabei die brisanten Fragen nach einem verantwortlichen Umgang mit den medizinischen Möglichkeiten am Anfang und Ende des menschlichen Lebens, z. B. Pränatal- und Präimplantationsdiagnostik, Genome Editing, Schwangerschaftsabbruch, Sterbehilfe und Assistierter Suizid. Stephan Ernst bietet hier kompetente Handlungsorientierung. Er greift das Prinzip der Verhältnismäßigkeit als zentrales Kriterium ethischer Entscheidungen auf, das in der Praxis verantwortlichen Handelns von Ärzten und Pflegern immer schon leitend ist. So wird es möglich, Entscheidungen in der Medizin zu treffen, die starre prinzipielle Verbote aufbrechen und den realen Situationen und Menschen in ihrer Vielfalt und Individualität gerecht werden, ohne in eine kriterienlose Beliebigkeit zu verfallen.

Erschienen im Herder Verlag.


Die Arbeitsgemeinschaft Moraltheologie zum Tod ihres Kollegen Eberhard Schockenhoff am 18.07.20

Mit großer Bestürzung und Fassungslosigkeit haben wir die Nachricht vom Tod unseres Kollegen Eberhard Schockenhoff aufgenommen. Wir trauern um einen Kollegen, der seit Jahrzehnten die deutschsprachige Moraltheologie durch seine Persönlichkeit und seine Schriften ganz wesentlich geprägt hat.

Eberhard Schockenhoff hat mit immenser Schaffenskraft wie wenige andere zahlreiche ethische Debatten in Kirche und Gesellschaft begleitet und inspiriert. Seine Schriften zählen zu den Referenztexten der Disziplin.

Sein klares Urteilsvermögen und seine umfassenden Kenntnisse haben ihn zu einem wichtigen Gesprächspartner im kirchlichen und politischen Raum werden lassen, wovon nicht zuletzt seine Mitgliedschaft im Deutschen Ethikrat zeugt. Über den deutschsprachigen Raum hinaus war er ein gefragter Moraltheologe und durch seine in andere Sprachen übersetzten Schriften bekannt. Verwurzelt in den großen christlichen Traditionen theologisch-ethischen Denkens, ging es ihm um dessen Vermittlung mit den modernen Ideen von Würde und Verantwortung.

Die Stimme von Eberhard Schockenhoff hatte in der Moraltheologie und weit darüber hinaus großes Gewicht und wird schmerzlich fehlen. Sein Tod riss ihn jäh aus Projekten, deren Rezeption im Fach gewiss war. Sein dem Leben zugewandter Glaube hat ihn zugleich unaufgeregt und ernsthaft die moralischen Fragen der Zeit durchdenken lassen. Seine eigenen Positionen und Argumente hat Eberhard Schockenhoff dabei immer dem kollegialen Diskurs ausgesetzt.

Wir gedenken des Verstorbenen im Gebet und trauern mit der Familie und den Freundinnen und Freunden, die ihn vermissen werden.

Christof Breitsameter/Stephan Goertz

München / Mainz, 19. Juli 2020


Karl-Wilhelm Merks, Theologische Fundamentalethik

Neues Grundlagenwerk für die theologische Ethik

Als Antwort auf die Grundfragen der Moral – z.B. Begründung von Werten und Normen, Rolle von Autoritäten und des Gewissens – entfaltet der Autor das Modell einer autonomen Verantwortungsethik in ihren subjektiven, objektiven und christlich-religiösen Dimensionen. Die These des Buches: Christliche Ethik und säkulare Ethik haben die gleiche Fundamentalethik als Grundlage nötig – und diese ist wesentlich säkularer Art, Sache von praktischer Vernunft und Erfahrung. Die Pointe: Gerade als solche ist sie theologisch bedeutsam.

Erschienen im Herder Verlag.

 

 

 

 


Eberhard Schockenhoff (Hg.), Liebe, Sexualität und Partnerschaft. Die Lebensform der Intimität im Wandel

Sozialwissenschaftliche Diagnosen der reflexiven Moderne oder der Postmoderne sehen diese durch eine wachsende Ausdifferenzierung unterschiedlicher Rollen im beruflichen und privaten Leben, durch größere Freiheitsspielräume in der Gestaltung der eigenen Biographie sowie eine höhere Riskiertheit der eigenen Lebensführung gekennzeichnet. Die Beiträge des Bandes versuchen, aus literaturwissenschaftlicher, religionssoziologischer, kulturanthropologischer, medizinethischer, humanwissenschaftlicher und ethischer Perspektive nach der Bedeutung dieses Wandelns für das Gelingen von Liebe, Sexualität und Partnerschaft zu fragen. Dabei nehmen sie unvoreingenommen die wachsenden Zumutungen einer industriellen Lebenswelt und ihre Rücksichtslosigkeit gegenüber den Erfordernissen des partnerschaftlichen und familiären Lebens in den Blick. Zugleich erörtern die interdisziplinär angelegten Beiträge die gewandelten Voraussetzungen, unter denen das Projekt, ein langes Leben gemeinsam zu planen, gelingen kann.

Mit Beiträgen von: Judith Frommer, Karl Gabriel, Stephan Goertz, Thomas Heinemann, Konrad Hilpert, Ulrich Lüke, Gerhard Marschütz, Claude Ozankom und Eberhard Schockenhoff.

Der Sammelband erscheint im Herder Verlag.


Dietmar und Irene Mieth, Sterben und Lieben. Selbstbestimmung bis zuletzt

Liebe heißt, bis zum Tod im Gespräch zu bleiben

Völlig überraschend erhält Irene Mieth die schockierende Diagnose: fortgeschrittener Krebs. Dietmar Mieth begleitet seine Frau in dieser dunklen Zeit und muss erleben, wie sie eine rettene Notoperation verweigert. Er selbst hätte anders entschieden – und dennoch verteidigt er Irenes Entschluss.

Während ihrer Krankheit schrieb seine Frau Tagebuch, das in Auszügen diesem Buch zugrunde liegt. Er denkt weiter mit ihr nach: über Sterben und Lieben, Schmerz und Zerbrechlichkeit, Ungewissheit und Hoffnung. Beide setzen damit ihre gewohnten Gespräche fort. Der Text lebt von ihrem Dialog: respektvoll, getragen durch ihren Glauben, ihre gemeinsame Suche und die tiefe Verbundenheit in der Mystik Meister Eckharts.

„Nun aber sprach sie von ihrem Glück, vor mir zu sterben. Ich weiß jetzt, nach mehr als einem Jahr, was sie damit meinte. Denn in ihrem Arm werde ich nicht sterben dürfen, so, wie sie in meinem Arm gestorben ist. Dennoch: Lieben, auch in der Schwachheit, ist immer wieder ein zu spürender warmer Mantel, den Hoffnung und Glaube uns um die Schultern legen.“ (Dietmar Mieth)

Erschienen im Herder Verlag.


Antonio Autiero / Stephan Goertz / Karl-Wilhelm Merks (Hg.), "Autorität in der Moral" – Jahrbuch für Moraltheologie, Band 3 (2019)

Wie passen Autorität und Moral zusammen? Gilt das Gute nicht als solches - ohne Vermittlung einer Autorität? Wie verhält sich dies zum Anspruch des kirchlichen Lehramtes, im Bereich des Glaubens und der Sitten mit höchster Verbindlichkeit normative Aussagen treffen zu können? Mit dieser Thematik befasst sich der dritte Band des Jahrbuches für Moraltheologie, herausgegeben von Antonio Autiero, Stephan Goertz und Karl-Wilhelm Merks. Weitere Informationen zum Inhalt und zu den AutorInnen finden Sie hier.

 

 

 

 

 

 


Gefangener seiner Vorurteile Erklärung der Sprecher der deutschen Arbeitsgemeinschaft Moraltheologie zur Analyse Joseph Ratzingers/Benedikt XVI. zum sexuellen Missbrauch

Der ehemalige Papst Benedikt XVI., Joseph Kardinal Ratzinger, möchte der durch den Skandal des sexuellen Missbrauchs erschütterten katholischen Kirche helfen. Dazu hat er am 11. April 2019 eine Analyse vorgelegt, wie es aus seiner Sicht dazu kommen konnte, dass katholische Priester und Ordensleute sexuelle Verbrechen an Minderjährigen begingen. Dabei wird auch das Fach Moraltheologie an den Pranger gestellt: Seit den 1960er Jahren habe sich ein „Zusammenbruch der katholischen Moraltheologie ereignet, der die Kirche wehrlos gegenüber den Vorgängen in der Gesellschaft machte.“ Als gewählte Sprecher der deutschen Arbeitsgemeinschaft Moraltheologie und in Absprache mit zahlreichen Kolleginnen und Kollegen nehmen wir zu diesem diffamierenden Vorwurf, der das Ansehen ehemaliger und jetziger Mitglieder verunglimpft, wie folgt Stellung.

Nach Überzeugung des ehemaligen Papstes sind zwischen 1960 und 1980 die bisher geltenden Maßstäbe in der Sexualmoral auf eine Weise „weggebrochen“, die zu einer „Normlosigkeit“ geführt hat. Eine derart moralisch haltlos gewordene Gesellschaft habe dann auch Pädophilie toleriert – ebenso wie Jugendsexualität, Empfängnisverhütung oder homosexuelles Verhalten. Die Moraltheologie habe dieser Entwicklung nichts mehr entgegengesetzt, weil sie relativistisch geworden sei und sich nicht mehr den klaren Verboten der Tradition unterworfen habe. Zudem sei man dem Irrtum verfallen, der Mensch könne ohne göttliche Instruktion und ohne die kirchliche Autorität erkennen, wie er sich menschlich zu verhalten habe.

Der Versuch von Joseph Ratzinger/Benedikt XVI., die gesellschaftlichen Umbrüche der 1960er bis 1980er Jahre und die Reformen in der Moraltheologie für den Missbrauch verantwortlich zu machen, ist keineswegs neu. Bereits in der Vergangenheit hat er die Kirche als Opfer einer feindlichen Welt dargestellt. Dass es die in der Kirche Verantwortlichen gewesen sind, die durch Verleugnung und Vertuschung Täter gedeckt und Opfer in Kauf genommen haben, wird dabei verschwiegen. Ebenso wie die Tatsache, dass erst eine moralisch sensible Öffentlichkeit und ihre Medien die Kirche aus ihrer moralischen Lethargie wecken mussten. Aus eigener Kraft waren die Verantwortlichen in der Kirche nicht zu einer angemessenen Reaktion oder Aufarbeitung in der Lage, wie uns viele Opfer immer wieder berichten.

Die Analyse von Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. beruht auf einer Reihe von falschen Annahmen und wird von uns im Ganzen als ein misslungener und untauglicher Beitrag zur Aufarbeitung der Missbrauchskrise bewertet.

(1) In den Überlegungen von Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. spielen human- oder sozialwissenschaftliche Erkenntnisse und Studien keine Rolle. Seine Form einer entweltlichten Theologie kann das Phänomen des Missbrauchs nur verzerrt wahrnehmen. Zwischen unterschiedlichen Täterprofilen wird nicht unterschieden. Nicht alle Täter sind im medizinischen Sinne pädophil. Homosexualität als solche ist keine Ursache von Missbrauch.

(2) Es ist bekannt, dass das Phänomen des sexuellen Missbrauchs sich durch die Kirchengeschichte zieht. Es führt in die Irre zu unterstellen, in katholischen Milieus, die ganz unberührt von jeglicher sexuellen Emanzipation oder theologischen Erneuerung gewesen sind, sei Missbrauch nicht vorgekommen. Die unhistorische Verklärung der Vergangenheit muss sich für die Opfer autoritärer oder patriarchaler Strukturen zynisch ausnehmen. Im Kirchenbild des ehemaligen Papstes haben sündige kirchliche Strukturen, die es zu allen Zeiten gab, keinen Platz.

(3) Die Darstellung der Entwicklung der moraltheologischen Erneuerung zeugt von wenig intellektueller Anstrengung. Die Missbrauchsthematik wird von Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. instrumentalisiert, um seine altbekannte Kritik an einer Moraltheologie zu wiederholen, deren Positionen im Bereich der Sexualethik er nicht teilt. Dabei ist ihm fehlende Bereitschaft zum sachlichen Urteil vorzuwerfen. Wer z.B. moraltheologisch bestreitet, dass eine homosexuelle Handlung in einer verbindlichen Partnerschaft immer und in jedem Fall eine schwere Sünde ist, der legitimiert nicht zugleich sexuelle Gewalt. Wer z.B. moraltheologisch den herkömmlichen Rigorismus der Verurteilung jeglicher Empfängnisverhütung kritisiert, der redet damit nicht einer Normlosigkeit das Wort. Will oder kann Ratzinger/Benedikt XVI. nicht sehen, dass die moraltheologische Wertschätzung der Würde und Rechte aller Menschen alles andere als zu moralischer Beliebigkeit führt?

(4) Wir haben es auf globaler Ebene nach dem Zweiten Weltkrieg mit einem Wandel von normativen Überzeugungen zu tun, nicht mit deren Verschwinden. Die „neue“ wie die „alte“ Ethik kennt unbedingte moralische Verpflichtungen! Der Streit geht darum, welche Handlungen aus welchen Gründen unter diese Kategorie fallen. Mit der neuen Beurteilung der Todesstrafe hat Papst Franziskus erst 2018 gezeigt, wie eine Veränderung in der Lehre möglich ist, wenn der Maßstab der Menschenwürde neu interpretiert wird.

(5) Es ist eher den jüngeren Umbrüchen in der moralischen Regulierung von Sexualität und Geschlechtlichkeit und weniger den sogenannten „traditionellen Werten“ zu verdanken, dass heute jede Form von sexualisierter Gewalt moralisch und rechtlich geächtet wird. Das Rechtsgut der sexuellen Selbstbestimmung ist keine Erfindung der katholischen Kirche. Die von Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. glorifizierte Tradition hat den sexuellen Missbrauch in der Regel nicht aus der Perspektive der Opfer verurteilt. Ihr ging es oft mehr um die sexuelle „Reinheit“ des Klerus als um die sexuelle Integrität von Kindern und Jugendlichen.

(6) Es war stets das Anliegen von Joseph Ratzinger/Benedikt XVI., in der katholischen Kirche Glaube und Vernunft nicht auseinanderreißen zu lassen. Seine jüngste „Analyse“ bedroht diesen Zusammenhalt, weil sie sich weigert, die moraltheologischen Anstrengungen um eine christliche Ethik der Freiheit und Verantwortung und die wissenschaftlichen Erkenntnisse über sexuellen Missbrauch vorurteilsfrei zu würdigen.

Prof. Dr. Christof Breitsameter, Prof. Dr. Stephan Goertz

München/Mainz, 14. April 2019

Die Erklärung finden Sie hier auch in anderen Sprachvarianten:

Ebenfalls können Sie die Erklärung auf feinschwarz.net nachlesen.

Erste Reaktion zur Erklärung aus verschiedenen Ländern finden Sie hier:


Christopf Breitsameter / Stephan Goertz (Hg.), Bibel und Moral – ethische und exegetische Zugänge.

Die hl. Schrift ist die »höchste Richtschnur« des Glaubens, so das II. Vatikanum. Doch was bedeutet diese Orientierung in moralischen Fragen der Gegenwart? Und wie stellt sich in der Bibel selbst das Verhältnis zwischen Glaube und Moral dar? Diesen und weiteren Fragen widmet sich der Band.

Mit Beiträgen von Johannes Schnocks, Magnus Striet, Lutz Döring, Stephan Goertz, Hans-Ulrich Weidemann, Eberhard Schockenhoff, Simone Paganini, Ulrich H. J. Körtner, Wilfried Eisele, Walter Lesch, Kathrin Gies, Christof Breitsameter.

Erschienen im Herder Verlag.

 

 

 

 


Konrad Hilpert / Sigrid Müller (Hg.), Humanae vitae - die anstößige Enzyklika. Eine kritische Würdigung.

Humanae vitae – bei Erscheinen als Pillen-Enzyklika tituliert, seither vehement abgelehnt und leidenschaftlich verteidigt. Kein anderes päpstliches Lehrschreiben hat mehr Kontroversen ausgelöst als diese Enzyklika Pauls VI., die häufig auf das Verbot künstlicher Empfängnisverhütung reduziert wird. Anlässlich des 50. Jahrestages ihrer Veröffentlichung unterziehen renommierte Moraltheologen und Sozialethiker dieses wohl anstößigste Dokument des katholischen Lehramts einer umfassenden kritischen Würdigung. Dabei leitet sie die Grundüberzeugung, dass es höchste Zeit ist, aus dem langen Schatten von Humanae vitae herauszutreten und sich den veränderten Problemstellungen und Fragen von heute zu stellen.

Mit Beiträgen von Antonio Autiero, Christof Breitsameter, Kirsten Danelzik, Stephan Ernst, Stephan Goertz, Konrad Hilpert, Katharina Klöcker, Elmar Kos, Andreas Lob-Hüdepohl, Gerhard Marschütz, Karl-Wilhelm Merks, Sigrid Müller, Ulrich Ruh, Jochen Sautermeister, Walter Schaupp, Kerstin Schlögl-Flierl, Joachim Schmiedl, Eberhard Schockenhoff, Joachim Wiemeyer, Werner Wolbert, Konrad Hilpert

Erschienen im Herder Verlag.


Katharina Klöcker / Thomas Laubach / Jochen Sautermeister (Hg.), Gender - Herausforderung für die christliche Ethik.

Frau? Mann? Oder? Das Denken über Geschlecht, Geschlechtsidentität und Geschlechterrollen ist im Wandel begriffen - auch in der Theologischen Ethik. Denn Gender birgt als analytische Kategorie gerade für ethische Fragestellungen ein erhebliches kritisches Potential. Betroffen davon sind unter anderem die Konzeption des sittlichen Subjekts und der Geschlechterdifferenz, die Fragen nach Natur und Körper des Menschen, Gerechtigkeitsprobleme, (reproduktions)medizinische und therapeutische Kontexte wie auch Diskurse um Norm und Normalität.

Die vorliegende Publikation versammelt – als erstes Jahrbuch für Moraltheologie – zehn Beiträge, die sich ausgewählten moraltheologisch relevanten Feldern des Genderdiskurses nähern. Ziel dieses Buches ist es, Gender als ein Querschnittsthema theologischer Ethik sowohl in fundamentalethischer wie angewandt-ethischer Perspektive zu plausibilisieren. Ermöglicht werden soll so eine kritisch-konstruktive Auseinandersetzung mit den Herausforderungen der Genderfrage aus ethischer Perspektive wie auch die Reflexion auf eine gendersensible Theologische Ethik.

Mit Beiträgen von Klaus Baumann, Christof Breitsameter, Stephan Goertz, Konrad Hilpert, Stefanie Knauß, Thomas Laubach, Herta Nagl-Docekal

Erschienen im Herder Verlag.


Katharina Klöcker, Freiheit im Fadenkreuz. Terrorbekämpfung als christlich-ethische Herausfoderung.

Wie dem Terror widerstehen?

Europa befindet sich im Fadenkreuz des islamistischen Terrors. Wie der Bedrohung wirksam zu begegnen ist, stellt eine der drängendsten politischen Fragen der Gegenwart dar. Jenseits der kontroversen Diskussion über einzelne Antiterrormaßnahmen wird dabei immer deutlicher, dass eine erfolgreiche Terrorbekämpfung vor allem von der Beantwortung einer sehr viel grundlegenderen Frage abhängen wird: Gelingt es den angegriffenen Gesellschaften, sich der zerstörerischen Logik des Terrors zu widersetzen und die freiheitlichen Grundrechte und Fundamente demokratischer Gesellschaften zu bewahren? Die Autorin stellt sich dieser Frage und unterzieht zentrale Denkfiguren gegenwärtiger Terrorbekämpfung einer kritischen Sichtung. Aus christlich-ethischer Perspektive formuliert sie Denkanstöße, die einer Moral der Terrorbekämpfung neue Perspektiven eröffnen.

Erschienen im Herder Verlag.


Christof Breitsameter, Liebe - Formen und Normen. Eine Kulturgeschichte und ihre Folgen.

„Liebe und was du willst, das tue!“ Wollte man diesem berühmten Satz des Augustinus im Wortlaut folgen, könnte man vermuten, dass vieles in unserer Welt sich normieren lässt, nur nicht die Liebe. Die Liebe scheint ihre eigene Norm zu sein. Tatsächlich jedoch ist kaum ein Feld menschlichen Zusammenlebens so stark reglementiert. Der Autor zeichnet die Geschichte der Ein- und Ausschlüsse nach, die Menschen gegenüber der Liebe vorgenommen haben: Was durfte in welcher Gesellschaft und in welcher Zeit Liebe heißen, und was nicht? Und vor allem: Warum durfte etwas einmal Liebe genannt werden und einmal nicht? Auf diese Weise tritt die vielfache Bedingtheit eines so „naturwüchsigen“ Phänomens, wie es die Liebe zu sein scheint, zutage. Gleichzeitig hilft die historische Rekonstruktion, zu einer tragfähigen Gestalt einer Ethik der Liebe für die Gegenwart zu gelangen.„Die Idee zu diesem Buch entstand schlichtweg aus dem Erstaunen heraus, dass kaum ein Feld menschlichen Zusammenlebens so stark normiert ist wie die Liebe. Das öffentliche Leben hat sich in exzessiver Weise in das vielleicht privateste Erleben, das Menschen kennen, hineinbegeben; es hat sich, könnte man sagen, der Liebe vollständig bemächtigt.“ (Aus dem Vorwort)

Erschienen im Herder Verlag.


Jochen Sautermeister / Ralph Bergold / André Schröder (Hg.), Dem Wandel eine menschliche Gestalt geben. Sozialethische Perspektiven für die Gesellschaft von morgen.

Sozialethische Orientierung in Zeiten des Wandels

Die rasanten Wandlungsprozesse in Wirtschaft, Politik, Medien, Wissenschaft und Gesellschaft können verunsichern und Ängste hervorrufen. In einer Zeit tiefgreifender Umbrüche sucht der Band nach Ressourcen gemeinschaftlicher Problembewältigung und entwickelt Orientierungsperspektiven für ein menschliches Zusammenleben in der Gesellschaft von morgen. Das Buch behandelt unter anderem folgende Themen: Künstliche Intelligenz und Big Data; Digitalisierung der Arbeitswelt; Finanzmärkte; Europa; Zuwanderungspolitik; Friedensethik; Umweltethik u.v.m. Ausgabe zur Neueröffnung und zum 70-jährigen Bestehen des Katholisch-Sozialen Instituts. Mit Beiträgen von Dominik Meiering, Alois Baumgartner, Jochen Sautermeister, Martin Schneider, Konrad Hilpert, Daniel Bogner, Ulrike Kostka, Ulrich Feeser-Licherfeld, Peter G. Dr. Kirchschläger, Wolfgang Sauer, Christopher Koska, Alexander Filipovic, Andreas Busch, Joachim Wiemeyer, Birgitta Herrmann, Hermann-Josef Große Kracht, Markus Vogt, Ursula Nothelle-Wildfeuer, Markus Babo, Adrian Holderegger, Gerhard Kruip, Walter Lesch, Thomas Laubach, Hans-Joachim Höhn, Ralph Bergold, André Schröder.

Erschienen im Herder Verlag.